Tag 10: Guttudalskojan - Drevsjø

Am nächsten Morgen lachte mir gleich mal die Sonne durchs Fenster entgegen. Nach ein wenig Holzhacken und Hüttefegen packte ich also schnell zusammen und brach auf. Auf der voraussichtlich letzten Etappe wollte ich ins Örtchen Drevsjø, weil meinen Recherchen nach dort die Buslinie vom Femunden aus zurück in die Zivilisation vorbeiführte. Außerdem sah das auf der Karte nach einer größeren Ortschaft aus, was meinem leeren Voratsbeutel sehr entgegen kam.

Die ersten paar Kilometer führten mich auf einer sehr breiten Scooter-Piste durch den Wald. Während der ganzen Zeit begegnete mir genau eine dieser lauten Knatterkisten, woher bei so einem Verkehr all die anderen Spuren kamen, war mir ein Rätsel. Kurz südlich des Stupsjön wurde mir das dann zu langweilig und ich bog mit Schneeschuhen ab quer durch den Wald in Richtung Südwesten. Lustigerweise fand ich jeden noch so kleinen Tümpel, Waldpfad und sogar eine einsame, verschlossene Hütte genau so, wie in der Karte eingezeichnet. So macht das Spaß!

Kurz danach überquerte ich wieder einen Zaun, verließ die EU und war zurück in Norwegen. Ab hier ging es eine ganze Weile mühselig durch den Wald, über kleine Hügelzüge, Buckel und ständig ums Gestrüpp herum. Ich war einigermaßen geschafft und heilfroh, als ich das Sumpfgebiet Ertkjølen erreichte, wo ich sehr viel schneller vorankam. Nach einem letzten See, an dessen Rand schon einige beunruhigende Löcher im Eis waren, erkletterte ich schließlich den Vardeberget, was ein ganz hervorragendes Training für das Schräg-am-Hang-hinauf-gehen und Traversieren war. Abgesehen davon hielt sich das gute Wetter, und ich hatte noch eine tolle Aussicht vor allem nach Süden und Osten.

Relativ unspektakulär nahm ich den letzten Abschnitt in Angriff, bergab und durch den Wald irgendwie in Richtung Drevsjø. Von dem Ort war ich aber ziemlich enttäuscht. Der einzige Supermarkt hatte schon zu, die Pension war im Winter geschlossen, das eingezeichnete Hotel gar nicht erst aufzufinden. Erst am Ende des 2km langen, weit verstreuten Straßendorfes fand ich schließlich einen netten Campingplatz mit Hüttenverleih. Dort gab es das erste Mal seit Røros wieder Steckdosen, Licht, einen Elektroherd, Kühlschrank und vor allem: eine Dusche! Und ein paar Nudeln zum selber kochen bekam ich auch noch geschenkt.































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last update 06 May 2008 22:11:46