Tag 9: Sylen - Guttudalskojan

Gestern und über Nacht war es richtig warm geworden, das Thermometer an der Hütte zeigte sogar einige Plusgrade an. Insbesondere merkte ich aber auch an meinen Schuhen, dass es wärmer war, denn die waren nach dem gestrigen Tag patschnass. Am Anfang der Tour bei den klirrenden Minusgraden kam der Schnee gar nicht zum Schmelzen, was eigentlich sehr viel angenehmer war.

Trotzdem wollte ich nach dem gestrigen white-out Erlebnis noch mehr davon und beschloss, die Berge südwärts Richtung Valdalen Gård zu überqueren. Zunächst überquerte ich dafür das Nordende des Sees Grövelsjön, der hier in Norwegen Grøvelsjøen hieß, dann gings bergauf. Und je höher ich stieg, je näher ich den Wolken kam, desto unwirklicher und weißer wurde auch die Umgebung. Als Krönung riß die Wolkendecke sogar zeitweise auf, so dass ich plötzlich in einer komplett verwandelten Landschaft stand. Einmalige Lichtstimmung!

Schließlich ging es aber wieder bergab, ich erreichte die ersten Bäume, einen Rentierzaun und die kleine Siedlung Valdalen. Die war jedoch komplett ausgestorben, auch als ich in einige Häuser reinschaute, war dort niemand. Gästehaus geschlossen, vermutete ich. Aber dafür gab es einen schönen Wegweiser und nachdem es erst früher Nachmittag war, verlängerte ich einfach die Tagesetappe ein wenig.

Auf einer ausgefahrenen Loipe kam ich recht bald zu den Hütten von Gammeldalen, gelegentlich als Cafe geöffnet, heute geschlossen. Ein Stück weiter erreichte ich abermals die schwedische Grenze, betrat die EU und stand mitten zwischen den Hütten von Valdalensbygget. Die meisten waren verschlossen, nur die Saunahütte geöffnet. Also musste ich die Tagesetappe wohl noch ein wenig verlängern. Hier in Schweden waren die Wege ja sowieso richtig professionell markiert, da geht das schon. Teilweise ohne Schneeschuhe ging es so auf dem südlichen Kungsleden entlang durch den Wald. Ich kam an zwei Notunterkünften vorbei, aber da der Himmel endlich wieder aufklarte und eine kalte Nacht versprach, wollte ich doch lieber noch ein Stückchen weiter.

Gegen 21 Uhr und nach fast 30km auf den Beinen erreichte ich schließlich todmüde die Guttudalskojan, die sogar bei Dunkelheit noch einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck machte. Im Schein meiner Handy-Lampe warf ich den Ofen an und kochte mit dem Benzinkocher meine letzten Nudelreserven. Kaum im Schlafsack war ich auch schon weggedöst.



















































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last update 06 May 2008 22:11:46